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<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="../assets/xml/rss.xsl" media="all"?><rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>betabug... Sascha Welter (Beiträge auf Deutsch)</title><link>https://betabug.ch/</link><description>Zeige nur Blog-Beiträge auf Deutsch</description><atom:link href="https://betabug.ch/tags/lang_de.xml" rel="self" type="application/rss+xml"></atom:link><language>de</language><copyright>Contents © 2026 Sascha Welter (blog-feedback {at} betabug {dot} ch) </copyright><lastBuildDate>Fri, 13 Feb 2026 13:10:07 GMT</lastBuildDate><generator>Nikola (getnikola.com)</generator><docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs><item><title>Eine Insel ist</title><link>https://betabug.ch/blog/eine-insel-ist/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;img alt="Blick aus einem dekorierten Café-Fenster auf das Meer und eine vorbei fahrende Fähre" src="https://betabug.ch/images/sea_bossa.jpg"&gt;
&lt;p&gt;Abends beim Eindunkeln in einem Café sitzen und die Fähre einlaufen
sehen. Fernweh und Nichtwegwollen. Es gibt nicht so viele Cafés bei
denen man im Winter direkt am Meer sitzen kann. Also nütze ich es aus,
wann immer ich dazu komme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem Velo in jede Richtung fahren und immer auf das Meer stossen. Im
Inneren der Insel sein und das Meer nicht mehr sehen. Bis es dann
doch wieder irgendwo auftaucht, ein kleiner Zipfel zwischen den Bergen,
irgendwo am Horizont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Strand stehen und nach Paros rüber schauen. So weit ist das gar nicht,
sieht aus, als ob man da auch schwimmend hin käme. (Warnung: Nicht
probieren!) Vielleicht haben sich die Leute in der Steinzeit das auch
gedacht. Nur, zur letzten Eiszeit konnte man da rüber auch laufen, Paros
und Naxos waren als Landeinheit verbunden. Aber immer noch eine Insel.&lt;/p&gt;
&lt;img alt="Blick über das Meer bei Windstille, im Hintergrund ist Paros zu sehen" src="https://betabug.ch/images/sea_paros.jpg"&gt;
&lt;p&gt;Ansonsten kommt man nicht immer einfach so von einer Insel weg. Aus
einer gewöhnlichen Stadt kann man wenn gar nichts mehr geht auch einfach
weg laufen. Hier gibt es nur Schiffe oder Flugzeuge. Wenn das Wetter
nicht mitspielt ... Sturm, zu viel Wind ... dann geht die Fähre nicht.
So mancher Tourist hat schon das schöne griechische Wort "Απαγορευτικό"
gelernt. "Apagorevtiko", mit Worstamm "verboten" und Betonung auf der
letzten Silbe, das bedeutet, dass es Schiffen verboten ist, auszulaufen.
Manchmal ist auch Streik, dann geht die Fähre auch nicht mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja, auch wenn der Tourist dann in Athen seinen Flug verpasst, und auch
wenn die Touristin im Hotel schon kein Zimmer mehr hat. Die windige
Natur ist da relativ uninteressiert. Die Streikenden sowieso. Der Mensch
in der Travel Agency kann nur traurig lächeln und mit den Schultern
zucken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Flugzeuge fliegen auch mit sehr viel Wind, bis zu einem Punkt. Aber
sie sind klein, da sind die Tickets schnell ausverkauft, vor allem wenn
die Fähre nicht geht. Und wenn es neblig ist in Athen, dann fliegen sie
auch nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und warum überhaupt weg fahren von der Insel? Früher bin ich immer hier
geblieben weil ich nichts verpassen wollte. Den Frühling nicht, weil
der Frühling hier so schön ist, wenn alles wild blüht. Und der Frühling
ist überhaupt die beste Zeit um Velo zu fahren. Den Sommer wollte ich
nicht verpassen, weil es warm ist und man schwimmen gehen kann. Bis es
irgendwann zu voll wurde und mir der Sommer egal wurde. Den Herbst, weil
er noch besser als der Sommer ist, nicht mehr so warm, dafür viel
ruhiger. Und genauso geeignet, um Velo zu fahren. Und im Winter wollte
ich sowieso nicht weg, weil alles grün ist, weil es wunderschön regnet.
Über den Regen kann man sich richtig freuen, denn den brauchen wir und
nach ein paar Monaten so ganz ohne Regen lernt man den auch schätzen.
Und überhaupt ist es im Winter nicht so kalt wie anderswo. Und man kann
Velo fahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einmal war ich drei Jahre hier ohne wegzufahren, mit Ausnahme eines
Tagesausflugs nach Paros. Das war dann schon etwas zu lang nur auf der
Insel.&lt;/p&gt;
&lt;img alt='Links die "Portara", hinten wieder Paros, in der Mitte das Meer und die Fähre' src="https://betabug.ch/images/sea_portara.jpg"&gt;</description><category>airplanes</category><category>cycling</category><category>deutsch</category><category>island life</category><category>naxos</category><guid>https://betabug.ch/blog/eine-insel-ist/</guid><pubDate>Wed, 11 Feb 2026 09:30:55 GMT</pubDate></item><item><title>Erleuchtete Fenster</title><link>https://betabug.ch/blog/erleuchtete-fenster/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;img alt="Ein Café mit Licht in den Fenstern, ein roter 2CV parkt davor" src="https://betabug.ch/images/cafe_neratzia.jpg"&gt;
&lt;p&gt;Fenster hinter denen Licht brennt, warmes, einladendes, verheissendes
Licht, nachts oder auch abends, beim Eindunkeln ... das war immer etwas,
das mich angezogen hat. Da gibt es so eine kleine Verlockung
reinzuschauen. Sich nicht erwischen lassen dabei. Aber trotzdem
reinzuschauen, vielleicht einen Moment von dem Glück zu erhaschen, das
sich "Zuhause" nennt. Gerade in Zeiten, in denen meine Wohnsituation
kompliziert oder unsicher war, liebte ich es, beleuchtete Fenster zu
sehen. Wünschte ich mir auch solche erleuchteten Fenster.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es langsam dunkel wird in einer Stadt, wenn mir die vielen Menschen
langsam auf die Nerven gehen: Wenn ich spüre, wie einsam so eine Stadt
sein kann, wie verloren man in ihr sein kann. Da finde ich ein Café,
dessen Fenster warm strahlen. Da drinnen ist man auch fast anonym. Die
kennen einen auch nicht, aber trotzdem ist man nicht alleine. Man
bestellt etwas und damit hat man schon das Recht, hier zu sitzen, hier
zu sein. Vielleicht hat die Bedienung auch ein freundliches Wort, ein
Lächeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Dorf haben die beleuchteten Fenster noch viel mehr zu erzählen.
Griechische Dörfer kämpfen schon seit langem (ganz sicher schon seit dem
letzten Krieg) mit der Entvölkerung. In einigen Gegenden, zum Beispiel
in Nord- oder Zentralgriechenland, ist es ganz schlimm. Aber selbst hier
auf der Insel gibt es leere oder fast leere Dörfer. Dörfer, in denen nur
im Sommer Menschen leben, für ein paar Wochen. Dörfer, in denen es nur
Ruinen gibt oder von Fremden hergerichtete Häuser, mir Schildern
"Vorsicht Kamera".&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als wir ins Dorf zogen freuten sich die Leute. Die erleuchteten
Fenster "unseres" Hauses hatten jetzt eine ganz neue Bedeutung. Immer
wieder bekamen wir gesagt: "Wie schön ist es, bei euch Licht zu sehen!"
Auch im Dorf redet man nicht jeden Tag mit den Nachbarn. Manchmal sieht
man seine Nachbarn monatelang nicht, obwohl man weiss, dass die da sind.
Aber das Licht zeigt: Die wohnen da, die leben, die sind da. Das Dorf
lebt, wir sind nicht alleine.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich machte es zum Prinzip, dass bei uns im Haus Licht brennt. Auch das
Licht auf der Aussentreppe machte ich immer an. Mit modernen Lampen
kostet das nicht wirklich viel. Die kleine Extraausgabe ist es mir wert,
um dem Dorf ein kleines Extra an Wärme zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;img alt="Der Eingang und die Aussentreppe eines Hauses in einem Dorf, die Fenster sind erleuchtet und die Treppe ist beleuchtet" src="https://betabug.ch/images/night_house.jpg"&gt;</description><category>deutsch</category><category>naxos</category><guid>https://betabug.ch/blog/erleuchtete-fenster/</guid><pubDate>Sat, 07 Feb 2026 17:11:42 GMT</pubDate></item><item><title>Warum gibt es Wegwerfprodukte?</title><link>https://betabug.ch/blog/warum-gibt-es-wegwerfprodukte/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;img alt="Eine plattgewalzte Bierdose aus Aluminium auf einem Feldweg" src="https://betabug.ch/images/alfabeer.jpg"&gt;
&lt;p&gt;Der Grund warum wir überquellende Müllhalden, Mikroplastik selbst im
innersten unserer Körper und Plastikmüll selbst auf den entlegensten
Inselparadiesen haben ist ... billige Energie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einem etwas älteren Beitrag auf dem Blog des Schweizer
Nationalmuseums mit dem Titel &lt;a class="reference external" href="https://blog.nationalmuseum.ch/2024/09/eine-kurze-geschichte-der-kreislaufwirtschaft/"&gt;Eine kurze Geschichte der Kreislaufwirtschaft&lt;/a&gt; bin ich auf einen einfachen Gedanken gestossen:
Dass es eben erst aus zwei Gründen möglich war, all diese
Wegwerfprodukte zu produzieren:&lt;/p&gt;
&lt;ol class="arabic simple"&gt;
&lt;li&gt;&lt;p&gt;Die Industrielle Revolution&lt;/p&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;p&gt;Die billigen Erdölpreise seit den 1950er Jahren&lt;/p&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Erst durch diese Entwicklungen machte es Sinn, einen Eimer eben nicht so
zu produzieren, dass er es ein Leben lang aushält, dass wir mit seinem
Wasser den Fussboden wischen. Jetzt kostet der Eimer 3.50, ist aus
Plastik, das selbst bei Nichtbenutzung nach ein paar Jahren zerbricht.
Über seinen Ersatz ("kurz einen neuen kaufen") und das was von ihm übrig
bleibt, sollen wir uns möglichst keine Gedanken machen. Nur ich stehe
dann da, mit den Bruchstücken des Plastiks in der Hand und frage mich,
ob es überhaupt noch Sinn macht, die vergilbten Bruchstücke überhaupt
noch ins "Recycling" zu schmeissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ohne die Industrielle Revolution und die billige Energie wäre der Eimer
teuer, weil handgemacht und aus verzinktem Blech oder sogar Holz.
Vielleicht würde jeder Eimer ein wenig anders aussehen. Auf jeden Fall
würden wir ihn ein Leben lang benutzen wollen ... nicht nur weil er
teuer war, sondern auch weil er eben "unser Eimer" wäre. Der Mensch, der
in gemacht hätte, würde vielleicht bei uns im Stadtteil leben oder im
nächsten Dorf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ohne diese billige Energie, wäre auch das Bier in der Aludose nicht
machbar, selbst die perfekteste Optimierung der Quartalszahlen für die
Shareholdervalue wäre nicht durchsetzbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich denke dabei nicht so sehr an Nostalgie, als vielmehr daran, ob diese
billige Energie wirklich so viel billiger ist. Wir zahlen für den
Plastikeimer (und all die anderen Wegwerfprodukte) einfach nur kollektiv
"auf später" die Rechnung. Falls wir sie dann noch zahlen können.&lt;/p&gt;</description><category>bad choices</category><category>deutsch</category><category>energy</category><guid>https://betabug.ch/blog/warum-gibt-es-wegwerfprodukte/</guid><pubDate>Tue, 22 Apr 2025 15:58:16 GMT</pubDate></item><item><title>2025 Cycling Season</title><link>https://betabug.ch/blog/2025-cycling-season/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;p&gt;Diese Velosaison entwickelt sich für mich bis jetzt etwas wie Paris-Roubaix:
Dauernd irgendwelche rauhe Streckenabschnitte ... und dann ein harter Kampf um
wieder halbwegs den Anschluss zu schaffen.&lt;/p&gt;</description><category>cycling</category><category>deutsch</category><category>sports</category><guid>https://betabug.ch/blog/2025-cycling-season/</guid><pubDate>Thu, 17 Apr 2025 09:26:06 GMT</pubDate></item><item><title>3 Jahre</title><link>https://betabug.ch/blog/3-jahre/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;p&gt;Drei Jahre ... drei Jahre des Unfassbaren. Drei Jahre Krieg.
Ich bin immer noch fassungslos.&lt;/p&gt;</description><category>deutsch</category><category>hopelessness</category><category>war</category><guid>https://betabug.ch/blog/3-jahre/</guid><pubDate>Mon, 24 Feb 2025 17:15:55 GMT</pubDate></item><item><title>... innerhalb der planetaren Grenzen</title><link>https://betabug.ch/blog/innerhalb-der-planetaren-grenzen/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;img alt='Der Titel der Abstimmungsbroschüre für die Volksabstimmung am 9. Februar 2025 "Für eine verantwortungsvolle Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen"' src="https://betabug.ch/images/abstimmung_2025_02.jpg"&gt;
&lt;p&gt;Eine Volksinitiative, die verlangt, "dass wirtschaftliche Tätigkeiten
nicht mehr Resourcen verbrauchen und Schadstoffe freisetzen, als für den
Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen erlaubt ist" steht dieses
Wochenende in der Schweiz zur Abstimmung an. "Für eine
verantwortungsvolle Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen" oder
kurz "Umweltverantwortungsinitiative" heisst das Ganze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Chancen für eine Annahme sehe ich eher nicht. Was für mich im Moment
aber nicht das Wichtigste ist (nein, nein, natürlich wäre es meiner
Meinung nach sehr gut und wichtig, wenn diese Initiative angenommen
würde). Für mich ist es nur schon ein Lichtblick, dass diese Initiative
zur Abstimmung gelangt ist. Das gesellschaftliche Momentum, dass es
dafür braucht, dass so etwas da ist, das tut gut. Vom Sammeln der
nötigen Unterschriften, zur Kampagne, selbst zur (von weitem gesehen
eher minimalen) Präsenz in den Medien: Das ist doch mal etwas ganz
anderes als das "der Klimawandel ist in den Bundestagswahlen kein Thema"
in Deutschland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Abstimmungsbüchlein steht:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;"Die Initiative setzt eine Frist von zehn Jahren&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[...]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Initiativtext lässt die genauen Massnahmen zur Umsetzung, wie
Vorschriften, Verbote und Anreize für einen umweltverträglicheren
Konsum, offen. Wegen der kurzen Frist &lt;strong&gt;dürften einschneidende
Instrumente notwendig sein&lt;/strong&gt;."&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Hervorhebung von mir. Dieser Text stammt nicht von den Initianten, den
schreibt irgendjemand in der Staatskanzlei oder so. Der Teil, den ich
&lt;strong&gt;fett&lt;/strong&gt; hervorgehoben habe, ist sehr wahrscheinlich absichtlich als
Abschreckung da rein gerutscht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber das ist gar nicht so unpassend. Es deutet immer mehr darauf hin,
dass wir die 1.5°-Hürde jetzt schon übersprungen haben. Es wird jetzt
nicht mehr damit getan sein, Industrieprojekte grün anzumalen und den
Leuten ihren von der Ölindustrie erfundenen "carbon footprint"
vorzuwerfen. (Dass da "Anreize für einen umweltverträglicheren Konsum"
steht, zeigt uns, wie tief verankert dieses Denken ist, dass die Leute
halt nur mehr Recycling von Joghurtbechern machen sollten, dann wird
schon alles gut. Wie verinnerlicht das "carbon footprint"-Denken bei
solchen Leuten ist.) Egal ob mit dieser Initiative oder anders, wir
werden uns früher oder später darauf einstellen müssen, dass
"einschneidende Instrumente" nötig sein werden.&lt;/p&gt;</description><category>clima</category><category>deutsch</category><category>economy</category><guid>https://betabug.ch/blog/innerhalb-der-planetaren-grenzen/</guid><pubDate>Sat, 08 Feb 2025 13:25:57 GMT</pubDate></item><item><title>Studentenproteste in Serbien</title><link>https://betabug.ch/blog/studentenproteste-in-serbien/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;p&gt;Seit einigen Tagen sehe ich online mehr und mehr Berichte über die
Studentenproteste in Serbien. Beeindruckende Bilder von Menschenmengen,
die ganze Autobahnüberführungen besetzt halten. Eine junge Generation,
die kämpft mit der Allgegenwart von Korruption und institutionalisierter
Kriminalität. Mehr und mehr Unterstützung auch aus anderen Teilen der
Bevölkerung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl ich kein optimistischer Mensch bin (vielleicht inzwischen, man
wird ja älter und da verändern sich solche Sachen), und obwohl es
wohl auch für Optimisten schwer sein wird, sich ein positives Resultat
vorzustellen, ... das ganze gibt mir etwas Hoffnung. Ich benutze das
Wort nicht wirklich gerne, zu nahe ist mir da die Assoziation mit
"enttäuschter Hoffnung". Doch wenn selbst in einem Land wie Serbien (wo
diese Strukturen der Klientelwirtschaft ihre vergifteten Wurzeln so tief
eingegraben haben) so viele Junge Menschen bereit sind, so viel zu tun
und so viel zu riskieren, ich glaube, da darf ich mir schon einen
kleinen Tropfen Hoffnung erlauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Student:innen organisieren sich mit direkter Demokratie, ohne
Anführer und feste Strukturen. Das macht es für die staatlichen
"Sicherheitsorgane" schwer, sie zu unterdrücken. Und ... es erinnert
mich an die Proteste 2011 in Griechenland. Sie lassen sich nicht von
politischen Parteien vereinnahmen, egal wie "oppositionell", genau wie
wir. Auch damals erfüllte mich die Stimmung im Land mit Hoffnung. Viel
ist dabei natürlich nicht rausgekommen, ausser einer kleinen politischen
Verschiebung und von Zeit zu Zeit einem leichten Anflug von PTSD bei
mir.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem: Mögen es die Studenten in Serbien besser machen! Sie machen
jetzt schon viele Dinge besser als wir "damals". Sie beissen sich nicht
auf einen Ort und eine Strategie fest. Ihre Forderungen sind nicht nur
generell (Transparenz, Gerechtigkeit, Kampf gegen die Korruption),
sondern es heisst auch, dass sie eine Reihe von konkreten, definierten
Massnahmen fordern. Gleichzeitig sagen die Student:innen selber, dass
sie keinen festen Plan haben. Es ist also noch viel offen.&lt;/p&gt;</description><category>deutsch</category><category>widerstand</category><guid>https://betabug.ch/blog/studentenproteste-in-serbien/</guid><pubDate>Tue, 04 Feb 2025 09:50:00 GMT</pubDate></item><item><title>Der Blog des Nationalmuseums</title><link>https://betabug.ch/blog/der-blog-des-nationalmuseums/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;p&gt;Der &lt;a class="reference external" href="https://blog.nationalmuseum.ch/"&gt;Blog des Schweizer Nationalmuseums&lt;/a&gt; ist eine neue Entdeckung für
mich. Viele verschiedene Themen -- natürlich alle mit geschichtlichem
Bezug. Was ich bis jetzt gelesen habe war sehr interessant und gut
geschrieben. Hier drei mehr oder weniger zufällig gewählte Beiträge...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a class="reference external" href="https://blog.nationalmuseum.ch/2024/12/zuerichs-erste-photographistin/"&gt;Zürichs erste "Photographistin"&lt;/a&gt;: "Die frühe Fotografie gilt oft als
Männerdomäne. Doch auch in der Schweiz gab es im 19. Jahrhundert
Pionierinnen dieser neuen Kunstform. Eine von ihnen war Regula Rathgeb,
die sogar ein eigenes Fotoatelier errichten wollte."&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An diesem Artikel finde ich es besonders interessant zu sehen, aufgrund
von welchen Spuren hier eine Frau und ihr Wirken entdeckt und
beschrieben wird. ... oder eben "beschrieben werden kann". Es sind ein
Eintritt in einem Verzeichnis von Fotografen und einige bürokratische
Akten. Spannend, wie wenig da zu finden ist ... und gleichzeitig wie
viel vom Menschen doch durchscheint.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a class="reference external" href="https://blog.nationalmuseum.ch/2024/12/fortifikation-murten/"&gt;Die befestigte Sprachgrenze&lt;/a&gt;: "Im Ersten Weltkrieg soll die
Fortifikation Murten einen französischen Angriff aus Westen aufhalten.
Im Berner Seeland und im Murtenbiet entstehen Schützengraben und Bunker.
Viele dieser Bauten liegen direkt auf der Sprachgrenze!"&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch eine Entdeckung für mich. Mein Wissensstand zur Schweiz im Ersten
Weltkrieg ist sehr begrenzt, soviel ist mir natürlich bewusst. Im Grunde
wusste ich um die Wahl und (sagen wir) "diskutierte" Rolle von General
Ulrich Wille. Die Geschichte von diesen Befestigungsbauten ist natürlich
nicht weltbewegend, aber eben doch spannend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a class="reference external" href="https://blog.nationalmuseum.ch/2017/09/die-partisanenrepublik-von-ossola/"&gt;Die Republik von Ossola&lt;/a&gt;: "Im Herbst 1944 befreiten Partisanenverbände
ein beachtliches Gebiet rund um Domodossola von den Deutschen und
Faschisten und gründeten eine eigene Republik. Doch die
Widerstandskämpfer waren zerstritten und nach einem guten Monat platzte
der Traum vom eigenen Staat. Die Geschichte einer Tragödie vor den Toren
der Schweiz."&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch so eine Entdeckung. Dise Verbindung der Schweiz (wohl vor allem des
Tessins) zu den italienischen Partisanen war komplett an mir vorbei
gegangen. Der Blog des Nationalmuseums hat mehrere Beiträge zu diesem
Thema.&lt;/p&gt;</description><category>past</category><category>photography</category><category>war</category><guid>https://betabug.ch/blog/der-blog-des-nationalmuseums/</guid><pubDate>Fri, 31 Jan 2025 10:23:01 GMT</pubDate></item><item><title>Verkehrserziehung</title><link>https://betabug.ch/blog/verkehrserziehung/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;p&gt;"Verkehrserziehung" ... was für ein Wort! In der Schule hatte ich
natürlich sowas, komplett mit "Veloprüfung", bei der wir unter den Augen
der Lehrer in voller Radfahrt zu zeigen hatten, dass wir mit sauberem
Handzeichen und Zurückschauen links abbiegen konnten. Das ganze folgte
dem System, dass man auf Englisch als &lt;a class="reference external" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Vehicular_cycling"&gt;vehicular cycling&lt;/a&gt; bezeichnet.
Also, dass man sich als Radfahrer:in wie ein Auto verhalten soll. Selbst
der Wikipedia-Artikel (der das ansonsten meines Erachtens als viel zu
positiv sieht) merkt an, dass das halt für starke Velofahrer mit viel
Selbstvertrauen funktioniert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob es mich später mit dem Velo im wilden Strassenverkehr von Athen
sicherer gemacht hat? Schwer zu sagen, aber bei der Führerscheinprüfung
hat es geholfen. Was auch passt, denn damals sahen viele Leute das
Erlernen des Fahrradfahrens einfach als eine Vorstufe für das spätere
Autofahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An diese ganze Geschichte wurde ich erinnert, als ich in der taz eine
Kolumne mit dem Titel &lt;a class="reference external" href="https://taz.de/Verkehrserziehung/!6057875/"&gt;Verkehrserziehung - Ein roter Teppich für den
Schulweg&lt;/a&gt; las. Die Kolumne trifft sehr schön das "Framing" unserer
ganzen Verkehrslogik, was man mit dem Auto alles darf, was sonst
undenkbar wäre.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Autorin (&lt;a class="reference external" href="https://kerstin-finkelstein.de/"&gt;Kerstin Finkelstein&lt;/a&gt;) hat unter anderem auch ein Buch für
Kinder gemacht, in dem es eben um wirkliche Verkehrserziehung geht, in
der Realität von unseren Strassen. Den heutigen Strassen, auf denen es
chaotisch und unübersichtlich zu geht, nicht so schön aufgeräumt und
logisch wie bei uns im Verkehrsunterricht in der Schule. Das Buch
heisst: &lt;a class="reference external" href="https://shop.jacobystuart.de/shop/item/9783964282132/so-geht-strae-von-kerstin-finkelstein"&gt;So geht Straße!&lt;/a&gt; In der Lesevorschau sieht es für mich sehr
gut aus ... bestellt hab ich es trotzdem nicht, nach längerer Abwägung
denke ich, dass ich trotzdem etwas zu alt dafür bin. Ausserdem hatte ich
ja damals doch noch die Veloprüfung bestanden.&lt;/p&gt;</description><category>cycling</category><category>deutsch</category><guid>https://betabug.ch/blog/verkehrserziehung/</guid><pubDate>Sun, 26 Jan 2025 15:59:48 GMT</pubDate></item><item><title>Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland</title><link>https://betabug.ch/blog/erinnerungen-an-die-okkupation-in-griechenland/</link><dc:creator>S. Welter</dc:creator><description>&lt;p&gt;Vor einigen Jahren hatte ich einmal geholfen die ältesten Einwohner
eines Dorfes auf dem Peleponnes zu interviewen, für ein lokales
Buchprojekt. Ich war komplett unvorbereitet dafür, wie tief diese
Gespräche in die Geschichte Griechenlands gingen und in die persönliche
Geschichte dieser Menschen. Einige Zeit später las ich dann das erste
Mal über das, was man &lt;a class="reference external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oral_History"&gt;Oral History&lt;/a&gt; nennt, definiert bei Wikipedia
als "eine Methode der Geschichtswissenschaft, die auf dem Sprechenlassen
von Zeitzeugen basiert". Mir wurde klar, dass das, was wir da gemacht
hatten, ohne dass wir es wussten, eben solche "Oral History" Interviews
waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit dem hat mich diese Form der Geschichtsschreibung fasziniert. Es ist
etwas direktes daran, eine persönliche Berührung mit der Geschichte. Es
ist für mich der Versuch, etwas flüchtiges zu bewahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor ein paar Tagen entdeckte ich dann das &lt;a class="reference external" href="https://www.occupation-memories.org/de/index.html"&gt;Projekt "Erinnerungen an die
Okkupation in Griechenland"&lt;/a&gt;, von zwei Universitäten in Deutschland und
Griechenland. Die haben mit noch lebenden Zeitzeugen gesprochen und
diese in 93 Gesprächen auf Video aufgezeichnet. Das ganze ist online,
allerdings mit Registrierung, bei der man angeben muss, warum man das
sehen will. (Bis jetzt habe ich auf meine Registrierung noch keine
Antwort erhalten...)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was man allerdings frei zugänglich sehen kann, ist der &lt;a class="reference external" href="https://www.occupation-memories.org/videos/docfilm_de/index.html"&gt;Dokumentarfilm&lt;/a&gt;,
den sie daraus gemacht haben. Dafür wurden Ausschnitte aus den
Interviews verwendet und diese mit zusätzlichen Informationen versehen.
Vorteil: Man hat mehr "Kontext", weiss was gemeint ist. Nachteil: Ich
würde trotzdem gerne zumindest einige der Interviews ganz sehen können.
Der Dokumentarfilm ist gut gemacht, aber er ist halt ein Dokumentarfilm.
Es gibt ihn auf Griechisch (alles im Original) oder dann auf Deutsch, wo
die Übersetzung darüber gesprochen ist (die Version, die ich verlinkt
habe).&lt;/p&gt;</description><category>deutsch</category><category>oral history</category><category>past</category><category>war</category><guid>https://betabug.ch/blog/erinnerungen-an-die-okkupation-in-griechenland/</guid><pubDate>Fri, 17 Jan 2025 15:25:31 GMT</pubDate></item></channel></rss>