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Mac OS X Workshop
Dieser Workshop bietet UmsteigerInnen vom klassischen Mac OS 9 einiges Hintergrundwissen und Erfahrungen im neuen Betriebssystem von Apple.
Obwohl wir auf die Mehrbenutzerfähigkeit und den Unix-Hintergrund eingehen, ist dies kein Unix-Einsteiger-Workshop. Daher beschäftigen wir uns auch nicht mit dem Terminal.
Wir richten zuerst unsere Maschine ein, dann schaffen wir uns eine angenehme Umbgebung und organisieren unsere Arbeitswerkzeuge. Dabei haben wir ein spezielles Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit anderen und auf die Sicherheit. Den Abschluss bilden einige Hinweise zum Troubleshooting und wo man weitere Informationen findet.
von Sascha Welter <swelter@mus.ch>
Worum geht es eigentlich bei diesem OS X?
Wo wird ein Mehrbenutzer-Computer sinnvoll gebraucht?
Wo ist sowas sinnvoll? Auch ausserhalb der üblichen Einsatzbereiche?
Welche zusätzlichen Möglichkeiten gibt es durch den Einsatz von Mac OS X Server?
Immer die gleiche Umgebung, egal von welchem Computer aus man arbeitet -- "home"-Verzeichnis liegt auf dem Server
Verwaltungstools z.B. für FileSharing und Benutzerverwaltung
zusätzliche Serverdienste
Wie richtet man ein Mehrbenutzersystem sinnvoll ein?
JedeR hat seine eigene Spielwiese, einige Einstellungen und Programme werden für alle zur Verfügung gestellt (und sind immer gleich). Andere Einstellungen und die direkte Umgebung z.B. auf dem Schreibtisch betreffen nur eineN BenutzerIn.
Es wird ein Benutzerkonto für die Verwaltung verwendet, die anderen arbeiten als normale (nichtprivilegierte) Benutzer. So werden Fehlerquellen minimiert und es gibt weniger Verwirrung.
Neben der eigentlichen Installation des Betriebssystems müssen noch einige grundsätzliche Sachen eingerichtet werden.
Dabei wollen einige Einstellungen gerne möglichst vom Anfang an richtig gemacht werden, denn manche Sachen sind nach der Installation nur schwer zu ändern.
System und Benuterkonten einrichten.
Wir richten eineN "Admin"-BenutzerIn ein. Dann richten wir unsere eigentlichen Arbeitsaccounts ein. Im Workshop ist der "Admin" schon eingerichtet, die "Arbeitsaccounts" machen wir selber.
Arbeiten mit "Chefbenutzer" und normalen Benutzern.
Für die Installation von Druckern, Programmen, systemweiten Einstellungen wechseln wir in den Admin-Account. Wollen wir ein Programm nur schnell ausprobieren oder ist es nur für eineN BenutzerIn wichtig, können wir es im privaten Programmordner installieren.
Das System schützt uns auf diese Art davor, aus Versehen oder unüberlegt gewisse schwerwiegende Einstellungen zu machen. Arbeitet man alleine ist es wie ein eingebautes Warnschild: Brauche ich für etwas den "Admin"-Account, so sollte ich nochmal überlegen, ob ich alles richtig mache.
Gerade wenn ich einen Rechner oder Account für ungeübte BenutzerInnen einrichte, ist es unter Umständen sogar sinnvoll, das Admin-Passwort gar nicht anzugeben. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil dann gewisse Fehler nicht passieren können.
Drucker machen Druck.
Viele Druckertreiber sind bereits vorinstalliert. Dadurch macht das Einrichten eines der verbreiteten Drucker nicht viel Arbeit.
Drucker die AppleTalk benötigen können auch nur bei eingeschaltetem AppleTalk installiert werden (wen wunderts). AppleTalk ist aber bei OS X noch etwas wackelig.
Netzwerk- und Internet-Einstellungen
Hier gibt es ein interessantes Konzept der "Verfügbarkeit", das bei der Einstellung allerdings zu Verwirrung führen kann. Wir können mehrere Netzwerkschnittstellen definieren und das System benützt sie in der definierten Reihenfolge soweit verfügbar.
Aber Achtung: Gerade im Zusammenhang mit AppleTalk haben schon Leute von Problemen berichtet. AppleTalk möchte anscheinend nicht bei Airport und Ethernet gleichzeitig aktiviert sein.
(iTools) Mailkonto einrichten mit POP oder IMAP.
Benutzt man das mitgelieferte Mail-Programm, dann kann ein Hauptaccount über die Systemeinstellungen definiert werden, weitere über das Programm. Andere Programme benützen natürlich die eigenen Einstellungen.
Natürlich können wir uns nicht 90 Minuten lang mit der Auswahl des passenden Bildschirmhintergrunds beschäftigen, aber einige Einstellungen machen die Arbeit an der Maschine eben doch bequemer, schneller und geschmackvoller.
Grundsätzlich kann man OS X möglichst so ähnlich wie OS 9 einrichten, oder man taucht mit dem Kopf voran in das neue System ein und nutzt alle neuen Möglichkeiten.
Finder-Einstellungen
Suffix zeigen: So wie es sich auf einem Mac gehört, möchte ich wissen, wie eine Datei tatsächlich heisst. Ich schätze es nicht, wenn das Betriebssystem so eine wichtige Information verstecken möchte.
Persönliche Voreinstellungen in den "System Preferences"
Hier kann man nach Belieben rumspielen, vor allem natürlich wenn man nicht als Admin eingeloggt ist.
Einige Dinge sind bei den Systemeinstellungen speziell:
Systemweite Einstellungen:
Einige Einstellungen gelten systemweit für alle Benutzer. Nicht immer ist ganz offen ersichtlich, welche das sind. Meistens sind es aber die "abgeschlossenen".
Für jedeN einzeln:
Manche Einstellungen müssen für jeden Benutzer vorgenommen werden. Will man zum Beispiel die Softwareaktualisierung nur manuell prüfen lassen, so muss man die Automatik bei jedem Account einzeln deaktivieren.
Abgeschlossen:
Die mit dem "Schloss" gesicherten Einstellungen "nur für Admins" können von jedem Account aus verändert werden, wenn man Benutzername und Passwort eines Admin-Accounts weiss. Das vereinfacht die tägliche Arbeit mit einem "normalen" Account sehr. Es ruft einem auch ein "Achtung" zu, bevor man möglicherweise tiefgreifende Änderungen einstellt.
Ob auf einem einzelnen Computer oder in einer Umgebung mit mehreren Computern, ein Mehrbenutzer-Computer ist natürlich dann besonder sinnvoll, wenn die Leute nicht isoliert arbeiten müssen. Zusammenarbeiten bedeutet vor allem Austausch und gemeinsame Nutzung von Dokumenten.
Austausch von Daten bei mehreren Benutzern auf der gleichen Maschine.
Möglichkeit 1: Von Apple wurde ein zusätzlicher Ordner "Shared" im "User"-Ordner eingerichtet, der für alle Benutzer beschreibbar und lesbar ist. Ideal zum Austausch von Daten und für Projekte, die von allen mehr oder weniger gleichberechtigt genutzt werden sollen. Selbstverständlich kann man sich ein Alias der verwendeten Ordner auf den Schreibtisch machen. ("Mehr oder weniger" deshalb, weil es manchmal zu komplikationen beim Löschen von Dateien kommen kann.)
Möglichkeit 2: Wir können die Zugriffsrechte eines unserer eigenen Ordner so ändern, wie wir es brauchen. Unter Umständen müssen ja die anderen Benutzer unsere Dateien nur lesen können, sollen sie aber nicht verändern können.
Möglichkeit 3: Apple hat in diesem Sinn schon einen Ordner "Public" vorbereitet, der für alle lesbar ist und in dem sich sogar schon ein Briefkasten-Ordner befindet.
Filesharing einrichten normal nach Art von OS X.
Wollen wir im (lokalen) Netz Dateien austauschen, so schalten wir das eingebaute Filesharing ein: Als Admin macht man das in den "Sharing"-Systemeinstellungen. Wenn File Sharing eingeschaltet ist, so wird der für jeden User standardmässig vorhandene Ordner "Public" im Netzwerk freigegeben. Dabei ist auch der Gastzugriff erlaubt. Allerdings kann von diesem Ordner nur gelesen werden, Dateien können nicht erstellt, geändert oder gelöscht werden. Im Ordner "Drop Box" können Dateien hinterlegt werden (Briefkasten-Funktion).
Filesharing spezial einrichten ähnliche wie bei OS 9.
Vom alten System her sind wir gewohnt, dass jeder beliebige Ordner für File Sharing freigegeben werden kann. Das ist auch unter OS X möglich, allerdings muss man entweder (gewusst wie) in der Netinfo-Datenbank die Einstellungen von Hand machen oder ein Hilfsprogramm benützen, dass es gratis im Internet giebt (z.B. "SharePoints")
Ausschalten des normalen benutzerbasierten Sharings von OS X.
Auch das geht entweder über "SharePoints" oder über (gewusst wie) herumbasteln in der Netinfo-Datenbank. Natürlich kann man auch ganz einfach den "Public"-Ordner entfernen oder umbenennen.
Datenaustausch mit Windows-Rechnern.
Von Windows aus auf den Mac zugreifen: Von Haus aus bietet sich hier der eingebaute ftp-Server an. Der kann ganz einfach über das "Sharing"-Panel in den Systemeinstellungen eingeschaltet werden. Allerdings ist dabei kein Gastzugriff möglich (in der ftp-Fachsprache: Kein anonymer ftp). Und da das Passwort bei ftp im Klartext übertragen wird, ist diese Lösung nur für "mal schnell im eigenen Netzwerk geeignet, keineswegs über das Internet.
Vom Mac auf den Windows-Kübel zugreifen: Auf dem Windows-Gerät das SMB-Sharing einschalten. Dann kann man vom Mac aus als SMB-Client mit "Gehe zu" -> "Mit Server verbinden..." und der richtigen URL darauf zugreifen. Wem das zu kompliziert ist (es ist wirklich nicht ganz leicht die URL richtig hinzubekommen), der benutzt das Freeware-Tool "SmbBrowse". SmbBrowse hat auch den Vorteil, dass ich das Netzwerk nach möglichen Servern durchsuchen kann.
Datenaustausch mit Unix-Rechnern.
Da unser Mac mit OS X selber eine Unix-Maschine ist, haben wir hier mehrere Möglichkeiten:
Einmal gibt es da den schon erwähnten ftp-Server (siehe oben).
Mit Hilfe von einigen Tools (z.B. "NFSManager") kann man auch den eingebauten, aber von Haus aus nicht konfigurierten, NFS-Server benutzen, der ein Unix-eigenes File Sharing System zur Verfügung stellt. Das dürfte aber eher für Insider sein. Im Prinzip sollte auch ein über einen OS X Server und Netinfo zur Verfügung gestellter Ordner im "Netzwerk"-Bereich im Finder erscheinen, damit habe ich aber noch keine Erfahrung.
Nur als Ausblick: Fernzugriff auf die eigene Maschine mit ssh.
Damit können Unix-Leute auch über ssh und scp auf die eigene Maschine zugreifen. Das wird im "Sharing"-Panel in den Systemeinstellungen aktiviert (Reiter "Programmverbindungen" -> "Zugriff vom Netzwerk aktivieren"). Mit ssh greift man über das Terminal auf den "entfernten" Rechner zu und kann dort Programme ausführen und direkt mit dem Rechner arbeiten. Mit scp kann man Dateien hin- und herkopieren. Der Vorteil von ssh und scp: Diese Programme benüzten eine sehr starke Verschlüsselung und sie sind daher sehr sicher und können also auch über das Internet benützt werden.
Wer bequem und sicher von einem Mac mit OS X Zugriff auf einen ssh-Server haben will, der kann das Shareware-Programm "RBrowser" verwenden, dass einen graphischen Zugang über ssh und scp bietet.
Zugriff auf den eigenen Mac mit ssh und scp ist übrigens auch von Windows-Rechnern (diverse Clients, die ich nicht kenne), von Unix-Rechnern (logisch) und von Macs ab System 7.5 möglich (mit "NiftyTelnet SSH" oder MacSSH (MacSSH ohne scp).
Hier kümmern wir uns um Dinge, die direkt mit der Arbeit auf dem Computer zusammenhängen. War es vorher die Werkzeugkiste, die wir organisiert haben, so sind es jetzt die Werkzeuge selber die eingerichtet und eingestellt werden wollen.
Programme installieren und deinstallieren
Der Systemweite "Applications"-Ordner ist nur für Admin-BenutzerInnen beschreibbar, das heisst, dass man Admin sein muss, um Programme dort zu installieren oder zu löschen. Selbstverständlich kann man Programme auch woanders installieren.
Besonders sinnvoll ist es in dem Zusammenhang, sich einen kleinen, privaten "Programm-Ordner" einzurichten. Dort hin installiert man all die Programme, die man "nur mal eben so ausprobieren" möchte oder die man alleine benutzen möchte. Arbeitet man sowieso alleine auf der Maschine, spielt es dann auch keine grosse Rolle, wenn die meisten Programme hierdrin sind. Wenn man dann plötzlich den Mac doch mit einer Mitbenutzerin teilt, gibt es allerdings erst mal eine Zügelaktion, sonst fehlen für die Mitbenutzerin die Programme.
Programme mit Installationsprogramm lassen sich jedoch häufig direkt im "Applications"-Ordner installieren, vorausgesetzt man kennt Benutzername/Passwort des Admins
Einige Classic-Programme wollen sich in der obersten Hierarchieebene der Harddisk installieren. Das vermeiden wir nach möglichkeit und geben bei der Installation den passenden "Applications (Mac OS 9)"-Ordner an.
Wichtig: "Applications"-Ordner nicht verändern
Die von Apple mitgelieferten Programme sollten nicht umbenannt oder verschoben werden, auch sollte der "Applications"-Ordner nicht umbenannt oder verschoben werden, weil sonst bei einem Upgrade ein grosses Durcheinander entsteht.
zusätzliche Kontrollfelder installieren und nutzen
Eigene "Kontrollfelder" können installiert werden. Entweder Systemweit (im Ordner "/Library/PreferencesPanes"), dann funktionieren sie für alle Benutzer. Oder im Ordner "Library/PreferencesPanes" im privaten Ordner, dann funktionieren sie nur für den eigenen Benutzer.
Schriften
Auch Schriften haben verschiedene Aufbewahrungsorte:
Classic/OS9-Schriften:
Im Ordner "Zeichensätze" bwz. "Fonts" im Systemordner.
Systemweit verfügbare Schriften:
Im Ordner "/Library/Fonts"
Systemweit verfügbare Schriften, die von Apple kommen:
Im Ordner "/System/Library/Fonts" -- hier keine zusätzlichen Schriften installieren, damit man das auseinanderhalten kann.
Die eigenen, privaten Schriften:
Im Ordner "Library/Fonts" im privaten Benutzerordner.
Mac OS X sollte mit PostScript- und TrueType-Schriften zurechtkommen, mit letzteren auch im Windows-Format.
Inzwischen gibt es natürlich auch schon Schriftmanagement-Tools die auf OS X laufen, z.B. "Suitcase".
Mit dem alten Mac-System haben wir uns so langsam ausgekannt -- jetzt werden neben vielem anderen neuen auch viele neue Probleme auftauchen. Langsam aber sicher werden wir auch hier wieder herausfinden, wie die Probleme zu lösen sind.
Eingefrorene und abgestürzte Programme abschiessen -- und was ich dabei beachten muss.
Programme können über Apfel-Alt-Escape abgeschossen werden. Da springt dann ein hübsches Fenster auf, in dem ich noch das übelwollende Programm auswählen kann. Dadurch kann ich auch ein Programm abschiessen, selbst wenn ich es nicht in den Vordergrund bringen kann. Wenn ich es hingegen eilig habe, das vorderste Programm abzuschiessen, so funktioniert Apfel-Alt-Escape und dann zweimal schnell Enter drücken.
Das Abwürgen (oder der Absturz) eines Programms hat eigentlich fast nie Auswirkungen auf andere Programme. Es gehen zwar nichtgesicherte Änderungen aus diesem Programm verloren, aber andere Programme sind nicht betroffen. So reisst also nicht mehr Netscape den FileMaker mit runter. Nett. Eine Ausnahme ist der Finder: Den Finder sollte man nur mit Bedacht abschiessen, da ja beim Finder im Hintergrund vieles zusammen läuft. Wenn z.B. gerade auf ein Firewire-Laufwerk kopiert wird, kann unter Umständen die Laufwerks-Struktur bös beschädigt werden. Auch Programme, die dann gerade laufen haben es vielleicht nicht gerne, wenn man ihnen den Finder unter dem Hintern wegzieht. Aber wenn es wirklich nötig ist, dann funktioniert es.
Übrigens: Manchmal sind Programme gar nicht abgestürzt, sondern hängen nur so ein bisschen rum. Durch das Multitasking bei OS X gewöhnt man sich so daran, dass immer was läuft, dass man oft ganz vergisst, das einige Arbeiten eben länger dauern und dass intern in einem Programm vielleicht nicht alles gleichzeitig machbar ist.
Eingefrorenes Aqua -- was ist noch zu retten.
Mac OS X selber stürzt eigentlich fast nie ganz ab (siehe unten "Kernel Panic"). Aber was ab- und zu passiert, ist das die Benutzeroberfläche "Aqua" nicht mehr reagiert. Im einfachsten Fall kann man dann probieren den Finder abzuschiessen. Wenn es komplizierter wird, kann versucht werden, über das Netzwerk den Fiesling zu erledigen und wichtige Programme zu retten.
Startprobleme und welche Chancen haben wir für Problemlösungen dabei.
Eines der Probleme mit dem neuen System ist, dass wir es natürlich noch nicht so gut kennen, wie das alte. Wenn die Kiste also nicht richtig starten will, wissen wir noch nicht sofort, was zu tun ist. Aber das neue System bietet auch einige neue Lösungsansätze (mit denen wir uns wohl zum grossen Teil erst vertraut machen müssen):
Mit einem anderen Benutzer einloggen. Dadurch werden vor allem die Startprobleme vermieden, die sich auf alles beziehen, was nach dem Einloggen abläuft. Wenn man einen Benutzeraccount vermurkst hat, ist es eine Gottesgabe einen zweiten Benutzer zu haben. Ich selber habe deshalb immer einen zweiten Account eingerichtet, auch auf Maschinen auf denen ich alleine arbeite.
Im "Single-User-Modus" starten
Hier wird es schon komplizierter: Mac OS X als Unix-Mehrbenutzersystem hat eine Art "Wartungsmodus", in dem nur der Chef oder die Chefin alleine werkeln kann. Einige Einstellungen müssen eben gemacht werden können, ohne dass andere Benutzer plötzlich dazwischenfunken. Im "Single User Modus" kann man z.B.:
Die Harddisk überprüfen und reparieren mit fsck
Vergessene Admin-Passwörter zurücksetzen
Reparaturen und Wiederherstellungen an der Netinfo-Datenbank machen (nur für Insider)
Änderungen am Dateisystem machen in Bereichen die sonst durch Server oder Benutzer in Benützung sind
Den "Single User Modus" aktiviert man, indem man mit der Tastenkombination Apfel S startet. Man beachtet dann die Hinweise zur Prüfung und Aktivierung des Dateisystems. Im "Single User Modus" ist äusserste Vorsicht geboten, hier kann man nach Herzenslust Mist bauen.
Den "Single User Modus" verlässt man mit der Eingabe von exit.
Der Papierkorb lässt sich nicht löschen, was nun?
Als erstes versuchen wir herauszufinden, welches File quer steht: Häufig kann man bei der Fehlermeldung auf "Fortfahren" klicken und dann werden wenigstens die anderen Dateien gelöscht. Wenn es dann nur noch eine ist, dann können wir das Problem über das Terminal lösen oder eines der als Freeware erhältlichen Hilfstools benützen (z.B."BatchMod", "Trash It").
Bevor ich eine Datei mit Gewalt lösche, sollte ich mir überlegen, ob sie wirklich gelöscht werden sollte. OS X reagiert zu Recht genervt, wenn ich z.B. versuche den privaten Ordner eines anderen Benutzers oder Systembestandteile zu löschen.
Wenn ich wirklich eine sperrige Datei löschen muss (z.B. weil der Finder behauptet, dass eine Datei noch immer in Verwendung ist, obwohl schon lange geschlossen), dann benutze ich zwei Vorgehensweisen im Terminal
Ich öffne ein Terminalfenster und tippe dort rm -f (den Abstand nach dem "f" nicht vergessen). Dann ziehe ich die betreffende Datei aus dem Finder in das Terminal-Fenster und drücke Enter. Bei einem Ordner gehe ich gleich vor, nur dass ich rm -rf (ebenfalls mit Abstand danach) tippe. Durch das Ziehen der Datei wird der korrekte Pfad in das Terminal-Fenster eingesetzt und ich kann mit Enter den Lösch-Befehl abschliesen.
Wenn es auch dann noch hapert, dann kann ich von einem Admin-Account aus ein etwas schwereres Geschütz auffahren. Ich gehe gleich vor, nur dass ich sudo rm -rf tippe. Durch das Voranstellen von sudoemphasis> wird der Befehl mit der vollen Gewalt des Admins ausgeführt und setzt sich über alle Absperrungen und Sicherheitsschranken hinweg. Nach dem Enter muss ich deshalb noch das Admin-Passwort eingeben.
Kernel panic -- Angst im Bitschgi?
Wenn die OS X Kiste ganz abstürzt, dann sieht man die gefürchtete "Kernel Panic". Das bedeutet, dass der innerste Kern des Betriebssystems durcheinander gekommen ist. Das ist ein rech schwerwiegendes Problem.
Einige Dinge, die ich dabei überprüfe:
Harddisk: Überprüfen der Festplatt mit fsck im "Single User Modus" und zwar bis keine Fehler mehr auftauchen. Alternativ eine Überprüfung mit "Disk Utility" während man von einer externen CD gestartet ist sowie mit "Disk Warrior" ab OS 9 CD.
RAM: Überprüfen dass die RAM-Bausteine fest sitzen und keine Wackler haben. Überprüfen des Speichers selber z.B. mit "Gauge" unter OS 9.
Neu installierte Treiber: Hardware-Treiber (z.B. ISDN-Adapter, Serial Port Adapter) können über eine "Kernel Extension" installiert sein. Da diese im Kernel abläuft, kann sie natürlich bei fehlerhafter Programmierung auch den Kernel selber abschiessen.
Unsere Technik wird immer leistungsfähiger -- aber auch immer komplizierter. Dadurch ergeben sich Angriffspunkte, die die Produkte unserer Arbeit gefährden. Neben unserer Arbeit stehen auch unser Ansehen und das Vertrauen im Team auf dem Spiel. Obwohl es für viele Leute nicht so attraktiv ist, sich mit der Sicherheit des eigenen Computers zu beschäftigen, empfehle ich wenigstens einige einfache Dinge zu beachten.
Passwörter
OS X verwendet leider kein sehr sicheres Passwort-System. Ist ein nichtwohlmeinender Benutzer interessiert, kann er/sie die verschlüsselte Passwortdatei in einigen Sekunden auslesen. Die Verschlüsselung ist nicht besonders stark, so dass ein Passwort-Knack-Programm viele einfachere Passwörter problemlos herausfindet.
Regeln für Passwörter:
Keine Namen oder Wörter die sich in irgendeinem Wörterbuch finden
Keine Initialen oder Namensteile
Keine Geburtsdaten oder Jahre
Heutzutage knacken die Crack-Programme auch einfache Mutationen wie "name123".
Das Passwort ist sowas wie eine Identitätskarte. Falls Dein Passwort gestohlen wird, kann jemand im schlimmsten Fall in Deinem Namen grossen Schaden anrichten. Beispiel: Ein Mail mit einer Morddrohung in Deinem Namen an den Präsidenten der USA und Du hast ein grosses Problem, vor allem wenn das Mail nachweislich von Deinem Computer aus geschickt wurde.
Einschalten von neuen Serverfunktionen des Betriebssystems.
Das "alte" Mac OS war vor allem darum so sicher, weil von Haus aus keine Serverdienste und Fernsteuerungen liefen. Mit Mac OS X ist das leicht anders: Von Haus aus werden mehrere solche Fernzugriffsmöglichkeiten geliefert. Viele dieser Serverdienste sind sinnvollerweise nach der Neuinstallation deaktiviert. Das bedeutet nicht, dass z.B. der eingebaute ftp-Server oder ssh-Server gefährlich ist. Aber ich sollte mir überlegen: Was brauche ich wirklich, womit kann ich wirklich umgehen? Wenn ich etwas nicht kenne und nicht wirklich brauche, dann lasse ich vielleicht besser die Finger davon.
Anweisungen aus dem Internet.
Oft lese ich im Internet oder auf verschiedenen Mailinglisten Anweisungen, die als Antwort auf Fragen und Probleme genannt werden, und bei denen es mir kalt den Rücken runterläuft. Zum Beispiel empfahl jemand "so allgemein" bei Problemen doch die Netinfo-Datenbank zu löschen. Super Idee, damit sind auch gleich die Benutzereinstellungen und sonst noch ein Haufen Zeug weg. Wir sollten uns überlegen, von wem wir Anleitungen und Anweisungen ohne Rückfrage akzeptieren wollen. Besonders wenn die Befehle su, sudo, der "root"-Benützer oder Dinge die nur der Admin machen kann auftauchen, dann sollte die Warnglocke läuten und wir sollten mit doppelter Vorsicht vorgehen. Eine Falschinformation oder ein Tippfehler können zu massiven Problemen führen. Wenn es sich dann um wichtige Arbeitsdaten handelt, dann kann das Ende bitter sein. Merke: Wenn uns jemand bei OS 9 sagt, wir sollen den Systemordner löschen und das System neu installieren, dann wissen wir aus Erfahrung, dass da eigene Daten flöten gehen können. Bei OS X müssen wir einige dieser Dinge noch lernen.
Programme oder Scripts installieren, die wir nicht kennen.
Eine ähnliche Vertrauensfrage ist natürlich die Installation von unbekannten Programmen oder das ausführen von Unix- oder AppleScripts aus vielleicht nicht top vertrauenswürdigen Quellen. Bisher ist die Mac-Welt von fiesen Trojanern, Würmern und Viren grösstenteils verschont geblieben. Eine gesunde Vorsicht und der Aufbau von einer gegenseitigen Vertrauensbasis sichern, dass das möglichst so bleibt.
OS X beinhaltet noch viel mehr und kann noch viel mehr als an diesem Workshop gezeigt werden kann. Hier möchte ich noch kurz auf einige Ressourcen für weitere Informationen hinweisen.
Wo bekomme ich mehr Informationen zum neuen Betriebssystem? Wo kann ich Fragen stellen und Antworten finden?
Apple Knowledgebase: Nicht immer leicht verständlich aber oft hintergründig bis tiefgründig
Apple Diskussionsforen (englisch): Oft chaotisch und zum Teil nicht sehr zuverlässig, aber das eine oder andere Goldstück lässt sich finden
Diverse Websites wie macosxhints.com (englisch) oder osxserver.ch (deutsch)... viele sehr unterschiedliche von nützlich bis doof.
Infoline und andere Mailinglisten
LocalTalks und andere MUS-Aktivitäten
Copyright © 2002 Sascha Welter
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!