Griechisches Osterwochenende in Athen
Dieses Wochenende war Griechische Ostern. Ostern ist der bedeutendste Feiertag in Griechenland. Was tut man an so einem langen Feiertags- Wochenende in Athen? Einerseits ist in der Stadt vieles zu, andererseits habe ich selber von Freitag bis Montag frei gehabt. Zeit also, um gute Freunde zu besuchen, zu quatschen und es gemütlich zu nehmen.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Ernährung gewidmet werden: Vor einigen Jahren war über das Osterwochenende in Griechenland wirklich alles zu. Banken (sowieso), Läden, Supermärkte, Cafés, Restaurants, selbst Kioske und die kleinen Psilikatsidika (Tante Emma Läden, die weit über die normalen Öffnungszeiten raus offen haben). Mir ist es dadurch schon passiert, dass ich nichts zu essen hatte.
Heutzutage ist das einiges lockerer: Supermärkte und viele Läden haben auch Karfreitag und am Samstag auf. Die Lädelchen an der Ecke haben selbst am Ostersonntag morgens ein paar Stunden auf. Futterbeschaffung also einiges einfacher. Vor Ostern ist mir besonders die Fastenzeit aufgefallen. In meiner Umgebung haben einige Leute nur "nistissima" gegessen, d.h. Speisen die man auch in der Fastenzeit essen darf. Nicht essen darf man Fleisch, Eier, Milch und Fische (jedenfalls solche, die wie Fische aussehen, denn Kalamari, Oktopus und Co. sind erlaubt).
Wer gerne Lokalkolorit hat, sollte sich an griechischen Ostern in die Kirche wagen. Weihrauchgeruch und gregorianische Brummelgesänge sollte man aber vertragen können. Sobald dann Samstags um Mitternacht in der Kirche die Auferstehung begangen wird, ist das grosse Futtern angesagt. Die Kirchenbesucher zünden Kerzen am heiligen Feuer an und tragen sie brennend nach Hause. Dort angekommen gibt es fleischige Suppen und Eier. Am Ostersonntag wird gegrillt, am besten gleich ein ganzes Lamm. Wir haben uns da etwas zurueckgehalten: Bei uns gabs nur "païdakia", Lammkoteletts. Gegrillt haben wir auf der Strasse, gegessen auf dem Trottoir. Da die Stadt über das Osterwochenende leer ist, klappt das. Über das Osterwochenende fahren die Athener aufs Dorf, auf die Insel, wo sie eben herkommen. Die Stadt ist leer, man ist fast gefahrlos zu Fuss unterwegs.
Für Ostersonntag mittags bis abends trifft auch die Behauptung "alles zu" tatsächlich zu. Leere Strassen weit und breit. Montags haben dann die ersten Fast-Food-Läden, Kioske und Krämer schon wieder auf. Montag abends rollt auch der Verkehr langsam aber sicher wieder zurück. Und Dienstags bin auch ich wieder an der Arbeit.