Nach Hause der Nase nach
Das letzte Stück nach Hause gehe ich zu Fuss. Es gäbe zwar einen Bus, mit dem ich die vier, fünf Stationen fahren könnte, doch wer fährt verpasst was. Da sind einerseits die kleinen Geschäfte, die kuriose Dinge verkaufen. Bei denen frage ich mich immer, von was wohl die Besitzer leben. Kunden seh ich nämlich keine.
Noch viel mehr gefallen mir die Gerüche. An einem Obst- und Gemüsehändler vorbeigehen und eine Breitseite von reifen Melonen mitnehmen. Irgendwo kommen noch Gewürze dazu, Thymian, Oregano? Etwas weiter riechts verführerisch nach gebratenem, nur, bei dem Laden weiss ich schon: Es riecht viel besser als gekocht wird. Nicht alles riecht gut. Müllcontainer die von der Sonne gewärmt wurden, erzählen liebend gerne von ihrem Inhalt. Auch das gehört zum olfaktorischen Spaziergang.
Ab Schluss geht es mit Pinien- und Blumenduft am Park entlang und den Abschluss bildet ein Hauch von Weihrauch bei uns im Treppenhaus. Passend zum Obst gab es noch eine junge Dame zu sehen, auf deren Bluse der Aufdruck "Pineapple" prangte. Die Form kam hin, aber zumindest von weitem hat's mehr nach einem Duftspray aus dem Supermarkt gerochen.